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Artikel vom 09.07.2020

Fassade der FederseeschulTurnhalle wird nicht nur saniert, sondern auch verschönert

Artikel aus der Schwäbischen Zeitung von Annette Schwarz 09.07.2020

Rostschleier und Flechten an den Fassaden, beschädigte Fenster und vor allem ein maroder Kamin: Nach knapp 50 Jahren Nutzungszeit weist die Turnhalle an der Federseeschule etliche Mängel auf. Um die Bausubstanz zu erhalten, steht nun eine Sanierung an, die der Bad Buchauer Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig beschlossen hat. Nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten soll die Fassade nicht nur wiederhergestellt sein, sondern auch Farbe an die Schulgelände bringen: Graffiti-Künstler Daniel Schuster möchte mit zwei Künstlerkollegen die Ostseite der Turnhalle aufwerten.

Daniel Schusters „Pinselstrich“ dürfte den meisten Buchauern bereits vertraut sein: 2016 hatte der Streetart-Künstler das Buntspecht-Motiv auf der Bittelwiesenturnhalle gestaltet, als Teil des Breakdance-Events „Mad Style and Breaks“, das Breakdancer Marco Rodriguez Romero in seiner Heimatstadt organisiert hat. Gemeinsam mit Rodriguez Romero war Schuster am Dienstagabend auch in die Sitzung gekommen, um seinen Entwurf vorzustellen. Das Graffito – laut Schuster lediglich „eine allererste Annäherung“ – zeigt drei junge Menschen und soll einen Bezug zu Bad Buchau herstellen. So erkundet links ein junger Ornithologe mit dem Fernglas die Vogelwelt am Federsee – wohl ohne den kleinen Vogel zu bemerken, der sich ganz keck auf seine Mütze gesetzt hat. Die Federseenatur inspiriert auch einen Künstler rechts zu seinem Gemälde. „Der Federsee soll irgendwie vorkommen“, betonte „Daschu“, so sein Künstlername, im Gemeinderat. Dazu passe auch das Mädchen in der Mitte, die im Entwurf eine „Uhu“-Tube in der Hand hält, ergänzte Marco Rodriguez Romero. Sie spielt auf einen berühmten Sohn der Stadt an, den aus Buchau stammenden Klebstoff-Erfinder August Fischer. Damit wolle man den von Ordnungsamtsleiter Norbert Moll geäußerten Gedanken aufgreifen, „den Kindern etwas Inspirierendes zu geben“, so Rodriguez Romero.

„Die beiden haben sich viele Gedanken gemacht“, lobte Moll den Entwurf. „Das bringt Farbe an unsere Schule – und dann kommen nur noch solche Käpsele aus unserer Schule“, spielte Moll auf den „Uhu“-Erfinder an. „Das wäre eine schöne Sache für diese relativ große Wand“, schloss sich auch Bürgermeister Peter Diesch an.

Bei den Räten stieß das Vorhaben ebenfalls auf Zustimmung. Stadträtin Charlotte Mayenberger schlug neben dem „Uhu“ auch einen Salamander als Motiv vor, als Hommage an den gleichfalls aus Buchau stammenden Rudolf Moos als Erfinder der Schuhmarke. Stadträtin Angelika Lipke regte an, das Farbkonzept der Mensa aufzugreifen, das ja von den Architekten sehr durchdacht worden sei. Die Farbgebung des Graffito sei freilich noch offen, so die Künstler. Auch ein Motiv in Grautönen hatten sie als Alternative vorgestellt, das aber in der weiteren Diskussion keine Rolle spielte – der farbige Entwurf schien umso mehr Eindruck auf Räte und Verwaltung zu machen.

Die Kosten liegen laut Moll bei etwa 6000 Euro, zusätzlich einiger Nebenkosten etwa für die Farbe und das Hubgerüst, das die Streetart-Künstler für ihre Arbeit benötigen. Insgesamt dürften die Sanierungskosten für die Turnhalle damit im Kostenrahmen liegen. Die Gesamtkosten hat die Stadt mit knapp 102 000 Euro veranschlagt, im Investitionsplan 2020 schlägt das Vorhaben sogar mit 110 000 Euro zu Buche. Steffen Mayer, bei der Stadt Bad Buchau für die Liegenschaften zuständig, bezifferte die Ausgaben für die Sanierungsarbeiten mit rund 75 765 Euro.

Den Hauptanteil trägt daran der Abbruch des maroden Kamins. An seiner Westseite könnten sich größere Betonteile lösen und auf das Flachdach fallen. Er soll deshalb etwa zur Hälfte rückgebaut werden. Ein Wiederaufbau des Kaminturms sei nicht geplant, da sein Nutzen wegen des mittlerweile geänderten Heizungssystems wegfalle, erläuterte Ordnungsamtsleiter Moll auf die Nachfrage von Stadtrat Ulrich Blöß. Der Abbruch sei eine sehr „spezielle Arbeit“, bei der man größte Vorsicht walten lassen und über entsprechende Erfahrung verfügen müsse. Deshalb – und auch wegen der Größenordnung des Auftrags – sei es nach den Vergaberichtlinien auch zulässig, dass die Stadt nur bei einem Anbieter, der Firma Kaiser aus Seekirch, ein Angebot eingeholt habe, antwortete Moll auf die Frage von Stadtrat Stefan Hohl.

Die Gerüstbauarbeiten dagegen wurden beschränkt ausgeschrieben. Hier gaben acht Betriebe ein Angebot ab, wobei das der Firma Kircheis & Partner aus Langenberg – das ergab die Überprüfung des Ingenieurbüros 2XM Baumanagement – mit rund 17 220 Euro am günstigsten lag. Zwei Angebote lagen für die notwendigen Klempnerarbeiten vor, empfohlen wurde hier die Friedrich Burk GmbH & Co. KG aus Ravensburg mit einem Angebot von rund 6790 Euro. Als weiteres Gewerk steht der Austausch der beschädigten Fenster und zweier Fluchttüren Richtung Schulhof und nach hinten Richtung Sportplatz an. Von fünf Firmen gab hier die K. Rinkenburger GmbH aus Baienfurt mit 19520 Euro das günstigste Angebot ab. Bei den Maler- und Lackiererarbeiten war das örtliche Malergeschäft Werner Strohm mit rund 20540 Euro von elf Anbieter der günstigste.

Der Gemeinderat folgte diesen Vorschlägen bei der Vergabe der Gewerke einstimmig und befürwortete auch einhellig die Fassadengestaltung durch die Graffiti-Künstler.