Aufruf des Bürgermeisters: Bad Buchau

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Aufruf des Bürgermeisters

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir befinden uns inmitten der zweiten Corona-Welle. Die Zahl der Infizierten steigt landesweit wieder rasant an – derzeit jeden Tag um mehr als 600 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Im Sommer waren es weniger als 100 pro Tag! Auch an Bad Buchau geht diese Welle nicht vorbei: noch vor wenigen Tagen hatten wir 8 Infizierte, zudem teilweise bis zu 40 (!) Kontaktpersonen unter Quarantäne – für unsere kleine Stadt viel zu viele. Und Sie alle wissen auch, dass sogar unsere Schulen betroffen waren…

Für die Gesundheitsämter wird es immer schwieriger, die Kontaktpersonen von Infizierten nachzuverfolgen und zu isolieren. Mir und uns allen muss diese Entwicklung sehr große Sorge bereiten! Die Landesregierung hat deshalb inzwischen die dritte und damit höchste Pandemiestufe für Baden-Württemberg ausgerufen. Damit sind leider wieder weitere Einschränkungen verbunden.

Seitens der Stadtverwaltung werden wir uns auch jetzt – wie bereits bei der ersten Welle im Frühjahr – darum bemühen, Sie über eine tagesaktuelle Berichterstattung und die aktuellen Gesetze und Verordnungen über unsere Homepage (www.badbuchau.de) auf dem Laufenden zu halten. Was heute noch gilt, kann morgen bereits überholt sein! Bitte nutzen Sie daher unser Informationsangebot möglichst täglich.

Und ich bitte Sie: Seien Sie vorsichtig!

Dabei verstehe ich sehr gut: Nach mehr als einem halben Jahr mit Corona sind viele von uns pandemie-müde geworden. Wir alle sehnen uns nach mehr Normalität:

  • Sich endlich wieder unbeschwert mit Freunden treffen.
  • Entspannt ins Konzert gehen, ins Kino oder zum Fußballspiel
  • Endlich wieder in den Urlaub fahren, ohne zu überlegen: Ist das jetzt ein Risiko-Gebiet? Und was muss ich beachten?

Es geht uns allen so. Aber wir müssen auch klar erkennen: Dieser Wunsch wird nicht so schnell Wirklichkeit. Wir müssen uns darauf einstellen, in den nächsten Monaten auch weiterhin mit der Pandemie zu leben. Im Frühjahr waren wir zu harten Maßnahmen gezwungen:

  • Schulen und Kitas mussten schließen.
  • Ebenso Geschäfte und Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.
  • Unsere Kontakte waren eingeschränkt.

Dieser sog. ‚Lockdown‘ war hart, aber nötig. Aber er hatte seinen Preis: Für viele Familien war es eine extrem schwierige Zeit. Viele Unternehmen sind in Existenznot geraten und viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz. Alle Verwaltungsebenen, ob in Bund, Land, Landkreis oder in den Kommunen tun alles in unserer Macht dafür, einen zweiten Lockdown zu vermeiden.

Für die Landesregierung hat es höchste Priorität, dass die Schulen und Kitas im Land offenbleiben. Kinder sind das Wertvollste, was wir haben – sie sollen nicht nochmal die Leidtragenden dieser Pandemie sein. Die Menschen sollen ihrer Arbeit nachgehen können – und die Wirtschaft erholt sich so langsam wieder. Es wäre fatal für uns alle, wenn wir diesen Aufschwung wieder abwürgen würden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wir haben es selbst in der Hand, ob wir mit vergleichsweise milden Maßnahmen durch die nächsten Monate kommen!

Aber dafür braucht es jede und jeden von uns.

Deshalb bitte ich Sie:

  • Halten Sie sich weiterhin an die AHA-Regeln:
    • Abstand halten,
    • Hygiene beachten,
    • Alltagsmaske tragen – auch auf belebten Plätzen und Straßen
  • Lüften Sie in geschlossenen Räumen – auch wenn es jetzt draußen kälter wird.
  • Nutzen Sie die Corona-Warn-App.
  • reduzieren Sie Ihre persönlichen Treffen.
  • Überlegen Sie es sich, ob die nächste Feier oder Party wirklich sein muss. Und meiden Sie große Gruppen oder Gedränge.

Freiheit gibt es nicht ohne Verantwortung!

Und das bedeutet, dass wir in der Pandemie auch mal etwas lassen sollten, obwohl es erlaubt ist. Wir alle wollen so wenige Einschränkungen wie möglich. Wir wollen, dass die Schulen und Kitas offenbleiben. Und wir wollen, dass die Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnt. Wir alle wollen in unserem Lieblingsrestaurant mit Freunden Essen gehen. Und wir alle wollen wieder ein funktionierendes Vereinsleben, Sport treiben, gemeinsam musizieren…

Das schaffen wir aber nur dann, wenn wir Wichtiges von Wünschenswertem unterscheiden. Wir stehen aktuell an einer Wegscheide. Nun kommt es auf uns alle an – auf jede und jeden einzelnen. Die Lage ist sehr ernst. Aber im Frühjahr haben wir gesehen, was wir schaffen können, wenn wir zusammenhalten.

Lassen Sie uns nun auch die zweite Corona-Welle gemeinsam brechen!

Bitte bleiben Sie gesund!!

Es grüßt Sie herzlich

Bürgermeister Peter Diesch
20.10.2020