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Das Freibad bleibt 2020 geschlossen

Artikel vom 04.06.2020

Klein und fein – dafür ist das Städtische Freibad in Bad Buchau bekannt und dementsprechend überregional auch sehr beliebt. In Zeiten von Corona wird aber gerade seine Größe dem Freibad zum Verhängnis: Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat halten die vorgeschriebenen Auflagen für eine Freibad-Öffnung für nicht umsetzbar – weder finanziell und personell, noch aus Haftungsgründen. So schwer eine solche Entscheidung auch fallen mag – sie scheint unumgänglich: das Freibad in Bad Buchau bleibt in der Saison 2020 geschlossen.

Ab 6.Juni 2020 dürfen Freibäder und Badeseen in Baden-Württemberg wieder öffnen. Eine entsprechende Vorordnung wurde am Donnerstag, den 4.Juni vorgelegt. Einzelne Festlegungen wurden jedoch bereits im Vorfeld bekannt – damit sich die Kommunen vorbereiten und zeitnah eine Entscheidung treffen können, ob sie den Badebetrieb aufnehmen werden oder eben auch nicht.

Dabei war von Anfang an eines klar: einen ‚normalen‘ Badebetrieb wie in den vergangenen Jahren wird es in keinem der öffentlichen Bäder geben. Dazu sind die Vorgaben zu restriktiv. Zudem sind die örtlichen Gegebenheiten an jedem Standort zu unterschiedlich, als dass es einheitliche Regelungen geben wird. Während Badeseen ohne kontrollierten Zugang im Grunde ‚nur‘ die Abstands- und Hygieneregeln einhalten müssen, haben klassische Freibäder mit kontrolliertem Eintritt massive Probleme, ein funktionierendes Betriebskonzept zu entwickeln und umzusetzen. Und für Bad Buchau bedeutet dies: das Städtische Freibad wird 2020 nicht in Betrieb gehen können.

Dabei wäre zunächst die Anzahl der am Badebetrieb teilnehmenden Personen durch geeignete Maßnahmen zu beschränken: für das Freibad Bad Buchau errechnet sich aufgrund der Größe eine maximale Gästezahl von etwa 400-500 Gästen für die gesamte Anlage, wo sich bislang in Spitzenzeiten mehr als 1.000 Badegäste tummeln konnten. Gleichzeitig im Badebecken aufhalten dürfen sich je nach Zählweise maximal zwischen 50 und 60 Personen – wobei der Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich jeweils von einer verantwortlichen und entsprechend ausgebildeten Person zu beaufsichtigen ist. Das Baby-Planschbecken müsste wohl außer Betrieb genommen werden.

Zudem ist jede gebotene Attraktion durch je eine weitere verantwortliche Person zu beaufsichtigen – oder zu schließen. Dies würde bedeuten: an jedem Sprungbrett und/oder Rutsche ist Aufsichtspersonal bereitzustellen. Der Zugang zum Wasserbecken ist stetig zu kontrollieren, d.h. das bislang rundum offene Wasserbecken müsste umzäunt werden, ein getrennter Zugang und Ausgang ist zu schaffen und jeweils durch eine weitere Aufsichtsperson zu kontrollieren, um die maximal zulässige Personenzahl garantieren zu können. Dadurch würde man alleine am Wasserbecken künftig mindestens 4, ggf. bis zu 6 Aufsichtspersonen einsetzen müssen.  

Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt, der Betreiber hat den Zutritt zu steuern, insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung. Gleichzeitig müssen täglich und laufend die Personal- und Kontaktdaten aller Badegäste, sowie Uhrzeiten des Betretens und Verlassens des Geländes zum Zweck der Auskunftserteilung gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Ortpolizeibehörde erhoben, dokumentiert und gespeichert werden.

Zwischen den Badegästen muss stets ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden, dies ist dauerhaft zu kontrollieren, ggf. durch Security-Personal. Die beliebten Holzliegen müssten gesperrt werden; dasselbe gilt für das Beach-Volleyballfeld. In geschlossenen Räumlichkeiten ist die Anzahl der Personen zu beschränken, soweit dort die Einhaltung des Mindestabstandes nicht möglich ist, wie z.B. in Toiletten und Duschen. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse im Bad Buchauer Freibad könnte jeweils nur 1 Badegast die Toiletten- und Duschanlagen benutzen; die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle sind deutlich zu erhöhen (alle 15 bis 30 Minuten), Handläufe im Beckenbereich sind regelmäßig zu desinfizieren. Konkret müsste also ganztags mindestens eine, eher zwei Reinigungskräfte vor Ort sein.

Und dazu kommt ein völlig unkalkulierbares Haftungsrisiko: sollte ein Infektionsfall eintreten und der Betreiber könnte nicht lückenlos nachweisen, sämtliche Auflagen genauestens befolgt und eingehalten zu haben – liegt Organisationsverschulden vor und damit im Extremfall sogar eine persönliche Haftung des Bürgermeisters. Und das auch noch – lt. eingeholter Auskunft – bis hin zur Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung oder im Extremfall sogar fahrlässiger Tötung. 

Bürgermeister Peter Diesch wirbt daher um Verständnis für die aus seiner Sicht zwar unpopuläre aber unumgängliche Entscheidung, das Freibad dieses Jahr nicht öffnen zu können. Sicherheit gehe schließlich vor – und auf der anderen Seite soll der Besuch des Freibades ja auch noch Spaß machen. Auch das sieht der Bürgermeister angesichts der restriktiven Auflagen als stark gefährdet an...

Unabhängig von dieser Entscheidung bleibt der Kiosk mit Café-Betrieb und der Minigolfplatz geöffnet – der Pächter freut sich auf regen Besuch – auch ohne Badespaß!